Rundwanderweg (10 km)

"Störwanderweg"



Ein sehr lohnender Rundwanderweg durch die flache Marsch! Er erlaubt weitreichende Rundblicke vom Deich ins Land und auf die weiten Flußschleifen der Stör. Hecken, Büsche, Baumreihen und Röhrichte säumen verschiedentlich den Weg, der wegen seiner Länge mehr für erfahrene Wanderer geeignet erscheint.



Vom Rathaus führt der Weg zur Breiten Straße. Vor der "Königlich-Privilegierten-Apotheke" von 1660 überqueren wir die Fahrbahn und biegen neben der Sozialstation in das schmale Gässchen, das zur Post führt. Dort folgen wir nach links dem Bürgermeister-Ruhe-Weg bis zur Neuenbrooker Straße.Auf dem heutigen Bgm.-Ruhe-Weg stand im 16. und 17. Jhd. der Wall der Festungsanlage Krempes. Er war 4,5 m hoch und 18 Meter breit. Nördlicher Stadtausgang war in jener Zeit das Neuenbrooker Tor, das in Höhe der heutigen Straßenkreuzung errichtet worden war.

Wir biegen nach rechts in die Neuenbrooker Straße und wandern bis zum Königsweg, in den wir linkerhand einbiegen.Die Neuenbrooker Str. war ursprünglich Krempes nördliche Wegeverbindung zur Geest und nach Itzehoe. Sie verläuft auf einem später abgetragenen Deich, der vermutlich im späten 12. Jhd. aufgeschichtet wurde, um den Grevenkoper und Neuenbrooker Koog vor Überschwemmungen der Stör zu schützen. Auch der Königsweg ist ein alter Weg. Auf ihm konnte man, wenn die Stadttore geschlossen waren, die Festung umgehen.

Hinter dem Bahnübergang treten wir in die offene Landschaft ein. Der Königsweg mündet in den Borsflether Weg (Schwarzer Weg), auf dem wir zum Klärwerk gelangen. Dazu kreuzen wir die Umgehungsstraße.

Neben dem Klärwerk zeichnet sich die Kontur eines alten Deichs, des Herrendeichs, ab. Er diente der Stadt als westlicher Schutzdeich gegen Überschwemmungen.

Der Borsflether Weg verläuft ab dem Klärwerk parallel zur Grevenkoper Außenwettern. Diese ist - nach der Umkehrung ihrer Fließrichtung - in ihrem hinteren Abschnitt zu einem naturnahen Gewässer aufgestaut worden. Schwanenblume, Pfeilkraut und Froschlöffel fanden hier einen Lebensraum. Auch Teichhühner, Rohrsänger und Schermäuse können hier beobachtet werden.

InBorsflether Wisch erreichen wir die Landstraße von Krempdorf nach Kremperheide. Vorbei an der lustigen Kuh des Ferienhofs verlassen wir die Straße noch vor der Brücke über die Große Wettern, indem wir linkerhand zum Stördeich abbiegen.

Hier pumpt das erste Dampfschöpfwerk Schleswig-Holsteins (von 1884) heute mit leistungsstarken Elektromotoren das Wasser aus der Wettern in die Stör und entwässert so die Marsch.

Vor dem Schöpfwerk lädt eine Steintreppe zum Spaziergang auf der Deichkrone ein. Eindrucksvoll ist von hier die große Mäanderschleife der Stör zu beobachten. Weit schweift der Blick: Krempe, Borsfleth, das Störsperrwerk, das umstrittene Atomkraftwerk Brokdorf, die Peterswerft in Wewelsfleth, . . . Wir wandern auf dem Deich in Richtung Borsfleth. Bald öffnet sich das Deichvorland zum breiten Borsflether Außendeich - einem Vogelrastplatz für Hunderte von Enten, Gänsen und Brachvögeln. Die Kremper Au mündet hier in die Stör.

Vor Borsfleth macht der Deich eine kräftige Ausbuchtung: der Kesseldeich entstand nach dem schweren Deichbruch von 1756. In Borsfleth verlassen wir den Deich. Sehenswert im Ortskern sind die gepflegten alten Fachwerkhäuser (altes Schulgebäude von 1683, Pastorat von 1816). Die Backsteinkirche wurde nach der Zerstörung im 30-jährigen Krieg auf den Fundamenten des mittelalterlichen Vorgängerbaus neu errichtet. Sie ist dem Hlg. Urban gewidmet. Der Westturm wurde 1900 fertiggestellt.

Ältestes Inventarstück der Kirche ist ein schlichter romanischer Taufstein aus Granit. Ein barockes Altargemälde (jetzt Wandbild), die Kanzel und das urige Gestühl im Kirchenschiff mit Türen und geschnitzten Wangen stammen aus dem 17. Jhd. Über die neu geklinkerte Schulstraße verlassen wir das beschauliche Dorf - vorbei an sorgfältig erhaltenen Häusern und Katen sowie liebevoll gepflegten Bauerngärten. Parallel zur Kremper Au führt der windungsreiche Landweg durch Eltersdorf zur 1894 angelegten Landstraße Krempdorf-Kremperheide.



Wir überqueren die Landstraße in gerader Richtung und gelangen über die Fortsetzung des Eltersdorfer Wegs nach Krempe. Dieser Weg wurde 1636 als Steindamm zwischen Krempe und dem neugegründeten Glückstadt angelegt. Er verband die beiden Festungen zu einer starken "Doppelfestung".

Über die Umgehungsstraße, vorbei an der "Villa Baroda" erreichen wir den Bahnübergang, hinter dem wir uns schräg rechts zur Rathausstraße wenden. Dieser folgen wir bis zum Marktplatz.