Rundwanderweg (5 km)

"An der Au nach Süderau"

Dieser landschaftlich reizvolle Rundwanderweg führt über einen historischen Deichrest der Kremper Au ins benachbarte Süderau und bringt uns auf dem linken Auufer nach Krempe zurück.


Die Kremper Au, die Ende der 1960er Jahre im Stadtbereich zugeschüttet wurde, floss einst direkt an der Rückwand des Rathauses vorbei. Dessen Ratsdiele diente in Krempes Blütezeit als Warenlager. Durch das rückwärtige Tor wurden die Güter vom Schiff in die Halle gelöscht.

Wir gehen durch die Hökerstraße. Ihr Name verrät, dass sich hier Kleinhändler (= Höker) am Ufer der Kremper Au angesiedelt hatten.

Gegenüber der klassizistischen St.-Peter-Kirche biegen wir links zur Brücke am Kirchweg ab. Das Brückengeländer markiert den früheren Verlauf der Kremper Au zwischen den Häusern. Rechts folgen wir der Breiten Straße.

Wo die Breite Straße in die Straße "Vor dem Grevenkoper Tor" (Abzw. Bgm.-Ruhe-Weg) übergeht, stand einst das gleichnamige Stadttor. Es war mit einem Ravelin bewehrt und wurde durch einen Graben geschützt. Zusätzlich zum Straßendurchgang hatte es einen schiffbaren Durchlass für die Kremper Au.

Wir folgen der Hauptstraße bis zum Ortsausgang. Linkerhand lag einst die "Olde Stadt", die Teil der ursprünglichen Holländersiedlung "Crimpa" gewesen ist. Als Krempe im 14. Jhd. mit einem Wall und 2 Burggräben gesichert wurde, blieb dieser Teil außen vor und wurde zur Vorstadt. Die Kremper Au floss hinter den Häusern der rechten Seite der Hauptstraße.

Wir biegen in die Straße "Am Rundhof" ein, deren Name abgeleitet ist von dem hier ehemals gelegenen Bauernhof. Bevor die Au früher nach Krempe hineinfloss, beschrieb sie eine große Mäanderschleife, deren Verlauf man sich an der Sportplatzgrenze und auf dem Fußweg "Op de ole Au" vorstellen muss.

Die Wanderung führt geradeaus über den "Audeich" (Übersteig), eine historische Deichtrasse. Dieser Deich wurde vermutlich am Ende des 12. Jhd. gebaut, um die Grevenkoper Flur gegen Überflutungen zu sichern. Als "Hovedic" wurde er schon 1237 erwähnt. Später wurde ein neuer Deich - enger am Flussufer - aufgeworfen.

In Süderauerdorf bringt uns eine Brücke auf das linke Ufer der Kremper Au zur "Süderauerdorfstraße". Uns rechts haltend erreichen wir - an den stattlichen Bauernhöfen des Süderauer Riep vorbei - Süderau. Dort lohnt sich ein Abstecher ins Dorf.

Es hat seinen Namen von der Süderau, die ursprünglich als Verlängerung der Sommerlander Au die Horster Geest und die Marschen um Sommerland und Kamerland entwässerte. So führte sie der Kremper Au noch einmal soviel Wasser zu, wie diese aus ihrem eigenen Einzugsgebiet heranführte. 1651 wurde der Zufluss verschlossen und die Süderau nach Dükermühle umgelenkt.

Die Gegend um Süderau (Süderauer Koog) konnte erst am Ausgang der 13. Jhd. urbar gemacht werden. Zu reißend war das Wasser von Kremper und Süderau. - Das Kirchspiel Süderau wurde am Ende des 13. Jhd. gegründet und 1301 erstmals urkundlich erwähnt.

Es lohnt, die schlichte Backsteinkirche (1847) zu besuchen.
In ihr finden sich aus dem 17. Jhd.: ein Messingtaufbecken, schöne Barock-Reliefs an der Kanzel sowie ein eisenbeschlagener Opferstock.
Sehenswert sind auf dem Friedhof einige ähnlich alte Grabstelen und -platten mit hübschen Reliefornamenten.

Anschließend gehen wir auf dem Deich neben der Au nach Krempe zurück. Dieser Deich schützt die Krempdorfer und Elskoper Feldmark vor Überschwemmungen. Bei der Straßenbrücke am Anfang von Krempe biegt die Au in das Bett des Hohenfelder Umlaufkanals ein (1875 angelegt), in dem sie südlich an Krempe vorbei der Stör zufließt.

Durch die Stiftstraße - vorbei am Ahsbahsstift (1891 von John Ahsbahs der Kirche als Krankenhaus gestiftet) und am ehemaligen Amtsgericht (Haus 16b, Neobarock, 1912) - erreichen wir wieder das Rathaus.