Krempe - ehemals holsteinische Festung

Krempe war einst eine bedeutende holsteinische Festung. Sie wurde zeitgleich mit der Rendsburger Festungsanlage erbaut. Den Auftrag erteilte1535 König Christian III. und er steckte auch persönlich die Lage und die Maße des Bollwerks ab. 1541 wurde als Schützengilde die Kremper Gilde gegründet. Die Anlage wurde in weiteren Bauperioden den militärischen Erfordernissen angepasst - zuletzt auf Anordnung von Christian IV.

vermuteter Stadtgrundriss nach H. Ruhe4 Stadttore ermöglichten den kontrollierten Zugang in die Stadt. Im letzten Ausbauzustand verfügte die Wehranlage über 6 Bastionen und 2 Ravelins, der Schutzwall war 4,50 m hoch, der Burgraben 25 m breit. In der flachen Marsch bot sie den anrückenden Feinden einen durchaus wehrhaften Anblick.

Trotzdem erwies sich die Festung nicht als uneinnehmbar. Sie musste sich im 30-jährigen Krieg (1628) nach 7-monatiger Belagerung den Truppen Wallensteins ergeben. Von 1696 bis 1706 wurde die inzwischen funktionslos gewordene Festung geschleift ("nunmehro völlig rasiret").

Heute erinnert ein Stich aus Braun-Hogenbergs Städtebuch (1588) noch an das Aussehen Krempes als Festungsstadt. Es zeigt die Wehranlage von Norden her mit Blick auf das Neuenbrooker Tor. Hervorgehobene Bauwerke sind die Kirche und das damals noch neue Rathaus (Curia).

colorierter Stich der Kremper Festung von 1588; unbekannter Künstler

 

Nur wenige Spuren erinnern heute an die alte Festungszeit Krempes - machen Sie sich doch einmal auf die Suche:

  • Der Burggraben im Stadtpark ist ein kleiner Abschnitt des ehem. Festungsgrabens, der an dieser Stelle in ganzer Breite erhalten blieb.
  • Der heute so benannte "Mühlenberg" wurde beim Schleifen des Festungswalls ausgespart. Dort befand sich die mächtige Südost-Bastion. - Der Berg ist nach der alten "Wallmühle" (eine Windmühle) benannt, die 1779 dorthin verlegt wurde. 1901 wurde diese abgerissen und der Wasserturm trat an ihre Stelle; er tat von 1902 bis 1972 seinen Dienst.
  • Vor dem Wasserturm liegen einige Findlingssteine, die bei Bauarbeiten aus dem Fundament des ehemaligen Elskoper Tors (= Stadttor) geborgen wurden.
  • Ein weiteres Relikt ist die auffällige Verschwenkung des Philosophenwegs um eine ausgebuchtete Niederung. Wo sich jetzt das Regenrückhaltebecken befindet, ragte einst die Südbastion aus der Wallanlage hervor. (s. Stadtplan)
  • Verschiedene Straßennamen erinnern an die Festungszeit: Kurze Wallfahrt, Krempermarschwall, Vor dem Grevenkoper Tor, Norderwall.
  • Der Verlauf der Festungsanlage kann mit einem der Rundwege erkundet werden (Rundweg 2)

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